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Endstation im Kunstraum GleisNull_Tuttlingen

Die Ausstellung „Gegensprechanlage“ von Tobias Maximilian Schnell im Kunstraum GleisNull in Tuttlingen findet am Sonntag, den 7. Juni 2015, mit einer außergewöhnlichen Finissage ihr Ende.

Passend dazu wird die Ausstellung, die sich aktiv an den Räumlichkeiten des Tuttlinger Bahnhofs abarbeitete, in einem finalen performativen Akt dekonstruiert, ergänzt und rekontextualisiert: Das Künstlerkollektiv „moskau vor dem brande von 1812“ wird aus diesem Grund die intermediale Performance „Endstation“ durchführen. „moskau vor dem brande von 1812“ wurde 2014 reaktiviert und setzt sich aus dem Architekten und Künstler Tobias Maximilian Schnell, dem Mühlheimer Bildhauer Hans-Jürgen Kossack, Musiker Christof Heppeler und Texter Jeremias Heppeler zusammen.

Die „Endstation“ wird sich auf verschiedenen visuellen Ebenen abspielen und nähert sich inhaltlich diskursiv den Themenfeldern Zug, Bewegung, Geschwindigkeit, Film und Visualität an. Verschiedene Skulpturen, Projektionen, Textfetzen und Soundfelder zu diesem Zweck aktiviert werden, um im Prozess gleichermaßen den beweglichen Raum, die rasende Ruhe, aber auch den stetigen Zerfall der Bahnhofsstrukturen in alle Richtungen aufzeigen.

„Und es mir scheint fast so, als würde immer dann, wenn etwas umschwingt oder umwirft, irgendwo im Hintergrund ein Zug ein- oder abfahren. Sprengkraft jedenfalls wohin das Auge reicht.“

Die Performance beginnt um 16 Uhr.

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| deutschlandfunk corso |

Das Faust Studio wird 10

Klangschiff an der Donau

Von Andi Hörmann

Die Krautrock-Band Faust wurde 1970 gegründet. Die Musik war roh, avantgardistisch und ihrer Zeit weit voraus. Seit zehn Jahren betreibt der ehemalige Faust-Keyboarder Hans-Joachim Irmler im baden-württembergischen Scheer ein Studio, in dem sehr viel Musikgeschichte mitschwingt.

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Seit 2004 nehmen im ‚Faust Studio‘ die unterschiedlichsten Musiker und Bands auf. Das krautige Berliner Post-Rock-Trio To Rococo Rot war da. Oder The Nightingeles aus Birmingham mit ihrem melodischen Post-Punk. Alle Bands eint eine gewisse Experimentierfreudigkeit und die Liebe zum Detail, die Naturverbundenheit und die Wertschätzung des Essens von Hans Joachim Irmler.

„Alles was hier aufgenommen wird oder geschieht, soll einen guten Beitrag zur Musik liefern. Das heißt: Jemanden, den du nicht erträgst, kannst du nicht gut aufnehmen.“

Im ‚Faust Studio‘ hat man schnell das Gefühl, dass die Musiker auf große Fahrt gehen – mit Klang in den Segeln. Und Hans Joachim Irmler ist der Kapitän mit Zauselbart und Strubbelfrisur, der am Mischpult die Regler bedient oder einfach nur in die Orgeltasten greift und am Ende den Stecker zieht.

 

 

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| deutschlandfunk „corso“ |

Nächste Sendung: 06.12.2014 15:05 Uhr

Das Musikmagazin

Klangschiff an der Donau. Das Faust-Studio wird 10

Die Band Faust wurde 1970 gegründet und sollte, so das Ziel der hoffnungsfrohen Plattenfirma, die ultimative Krautrock-Band werden. Wurde sie auch – aber auf eine ganz andere Art, als die Plattenfirma sich das vorgestellt hatte. Die Musik von Faust war roh, avantgardistisch und ihrer Zeit weit voraus. Mit anderen Worten: Die Platten verkauften sich überhaupt nicht. Mittlerweile gelten Faust als eine der wegweisenden Krautrock-Bands. Seit mittlerweile 10 Jahren betreibt der ehemalige Faust-Keyboarder Hans-Joachim Irmler im baden-württembergischen Scheer ein Studio, in dem sehr viel Musikgeschichte mitschwingt.

69_6 lamENt – … as you would have prayed for

louderthanwar.com

Einsturzende Neubauten : London : Live review ‘a night of magical genius’

Posted on November 20, 2014 by johnrobb

London Koko – Oct 2014

In which Neubauten deliver the gig of the year as Membranes frontman and LTW boss details…

On a night when Savages were playing their remarkable joint gig with Bo Ningen and Jesus and the Mary Chain were doing one of those rare album revisits that is actually pretty good and not an exercise in rusty nostalgia, it was going to take something pretty special to stand out.

And this was pretty special.

Einsturzende Neubauten’s performance of Lament was as visceral, atmospheric, emotional and stunningly, utterly original as you would have prayed for.

And more.

ferner:

Exclusive in depth interview with Blixa Bargeld here.

69_5 lamENt – half band, half predictive-texting nightmare

, the guardian

Einstürzende Neubauten review – a powerful avant-garde tribute to the first world war

Koko, London
The German experimentalists performed on custom-made instruments – from stringed hospital crutch to drainpipes

Half band, half predictive-texting nightmare, Einstürzende Neubauten – Blixa Bargeld’s Germanic experimental relief from being in the Bad Seeds – are famed for constructing their avant-garde noise pieces on custom-made instruments, from shopping-trolley harps to air-conditioning drums and percussion made from detritus they purloin from building sites at night. So you might expect them to play their recent first world war album, Lament, on rudimentary tunnelling equipment and twisted chunks of tank.

They do nothing so obvious. Lament is a challenging, intelligent and entrancing piece that traces the tides and tribulations of the first world war with a menacing invention. Kriegsmaschinerie mirrors the rising conflagration. It opens with the creaks and squeals of the wheels of war grinding into motion, building into a violent cataclysm that finds them playing a huge copper wall with a drill and beating on a makeshift barricade, while Bargeld holds up signs that reads: “War does not break out … it waits.” In de Loopgraaf (In the Trenches) has Bargeld rasping a desolate lament by Flemish writer Paul van den Broeck over the dull, rusted half-notes of a harp made from wire. For Achterland, Alexander Hacke saws a twisted melody out of a stringed hospital crutch. It’s War Horse meets Scrapheap Challenge.

69_4 lamENt – 9,3

byte fm blog

11.11.2014 von

Der Ausflug in die aktuelle Poplandschaft wird beantwortet von der konzeptuellen „Lament“-Trilogie, die mit einem meditativ-bedohlichen Dronestück beginnt, in dem ein verfremdeter Chorgesang die anstehende Apokalypse anzukündigen scheint. Das darauffolgende „Lament: 2. Abwärtsspirale“ erinnert mit seinen metallischen Schlägen und spannungsgeladenen Glissandi an die frühen Neubauten. Das Stück teilt das Album gleichzeitig in zwei Hälften und ist eine Art musikalisch-mathematisch Studie, wie den Linernotes zu entnehmen ist. So fallen die Töne darin spiralförmig ab, basierend auf einem Muster, das aus den einzelnen Zahlen des letzten Kriegsjahres besteht: 1-9-1-8.

9,3 von 10 punkten