69_3 lamENt – deutschlandradio kultur

Klangkunst

Eine Harfe mit Stacheldraht-Saiten

Auf ihrem Album „Lament“ haben die Einstürzenden Neubauten den Ersten Weltkrieg vertont

Von Martin Risel

zu lesen und zu hören.

wie nähert man sich mittels geschriebener sprache den EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN? die frage läuft als grundsatz seit dem 1. april 1980 auf einer scharfen schneide für jeden, der genau das will oder muss. schon ein wort wie „band“ rutscht aufgeschlitzt links und rechts hinunter. und steht nicht mehr, nie mehr zur verfügung …

mit diesem bild im hintergrund müssen dann die texte gelesen werden, die es auf einen zuschwemmt: lassen sie ihre begrifflichkeiten über die schneide tanzen? nehmen sie die herausforderung an oder übersehen sie deren möglichkeit? die kreativität im umgang mit der terminologischen reizung kann zum qualitätsmerkmal eines solchen textes werden, ohne schon vom so genannten eigentlichen inhalt eine einzige silbe wahrgenommen zu haben.

Lament ist sowas wie ein Klagegesang …

  … fast schon ein musikalisch-pazifisches Manifest …

Neubauten-Kopf Blixa Bargeld selbst gibt hier den Erzähler, im ganzen Projekt den Texter und oft den Komponisten und Arrangeur.

Typisch Neubauten-Krach …

… Berliner Noise-Kunst-Combo …

Werden da nicht Kriegsopfer als Klangkulisse missbraucht?

Beim Hören allein scheint manches fragwürdig und über-ambitioniert. Und wird sich dann auf der Bühne beweisen müssen.

Die Berliner Experimentalband Einstürzende Neubauten setzt mit ihren neuen Album „Lament“ den Ersten Weltkrieg in Klangkunst um.

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